Kempen. Inspirationen – so heißt der Titel einer neuen Ausstellung im St. Peter-Stift. Die drei Hobbykünstlerinnen Monika Schwital, Anneliese und Barbara Stoffels zeigen zwei Dutzend Werke im Entree sowie in den Fluren der Pflegeeinrichtung im Kempener Süden. Die Hälfte davon sind Fotos im Format 30 x 40 Zentimeter von Barbara Stoffels. Die andere Hälfte sind Gemälde in Aquarell und Acryl von Anneliese Stoffels und Monika Schwital, die sich auf die Fotomotive beziehen, aber keine bloßen Kopien sind. „Wir haben die Fotos auf uns wirkenlassen und überlegt, was in einer anderen künstlerischen Herangehensweise dazu passen könnte und eine gewisse Spannung beim Betrachter erzeugt“, berichtet Anneliese Stoffels. Der Ehrgeiz lag nicht darin, fotorealistisch abzumalen, sondern aus der Inspiration heraus der Phantasie freien Lauf zu lassen.
Das St. Peter-Projekt ist „ein Experiment“, wie Barbara Stoffels betont. „Für uns war dies Neuland, wir sind mal andere Wege gegangen“, sagt Monika Schwital, die seit langem mit Anneliese Stoffels im Malkreis der Senioren-Initiative Altenhilfe im Haus Wiesengrund unterwegs ist.
Für Barbara Stoffels ist es ebenfalls spannend gewesen zu beobachten, wie ihre fotografischen Arbeiten in einer anderen Technik mit Pinsel und Zeichenstift in Szene gesetzt werden. Entstanden ist so ein Spannungsfeld, aus dem sich der/die Betrachter/in ein eigenes Bild im Kopf machen muss. Dabei tun sich Fragen auf: Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun? Worin liegt der Bezug? Gibt es einen gemeinsamen Nenner? Wenn sich so die Puzzleteile im Kopf zusammenfügen, könnte vor dem inneren Auge ein neues, gleichsam größeres Kunstwerk entstehen.
„Zugegeben, hier wird jeder einen anderen Zugang finden – oder auch nicht“, ist Anneliese Stoffels gespannt auf die Reaktionen des Publikums, sowohl unter den Bewohner*innen des Stifts als auch unter den Ausstellungsbesuchern aus der Nachbarschaft, den Angehörigen, den Kunstinteressierten oder auch dem zufälligen Gast. Für die drei Frauen steht schon jetzt fest, dass die gegenseitige Inspiration sie beflügelt und auf neue Ideen gebracht hat. Spaß war auch eine Menge dabei an der Staffelei beim Schaffensprozess während der vergangenen Monate. Mit diesem völlig neuen Angebot in der Tradition der Kempener Stifts-Ausstellungen setzen die Frauen nun darauf, dass die Betrachter ihren Ansatz teilen können.
Wichtig ist allen Dreien, dass jedes Kunstwerk aus sich selbst heraus eine Daseinsberechtigung hat. Aber sich auch gerne beim Partnerbild einhaken darf und gemeinsam einlädt, sich einen Reim draus zu machen und die Gedankenwelt der Künstlerinnen nachzuvollziehen. Und bestensfalls ein stilles Glück empfinden lässt beim Betrachten. Das Etikett „schön“ hängt auf jeden Fall nicht unterdem Bilderrahmen, eher das Adjektiv „besonders“. Eine Schau, die nicht auf das Dekorative setzt, sondern auf den Austausch und die Freiheit der Kunst.
Die Fotos von Barbara Stoffels dürften dabei hinreichend bekannt sein beim kunstinteressierten Publikum im St. Peter-Stift. Ihre Motive bilden meist den Garten der Natur ab. Mal sind es Frösche, Bienen oder Vögel, mal Blätter, Obst oder Gemüse, größtenteils bei Spaziergängen auf der Scholle Niederrhein entdeckt und mit der Panasonic eingefangen. 2024 hat die Kempenerin eine Bilderschau im St. Peter-Stift mit „Ackerglück“ betitelt.
Info zur Ausstellung an der Rezeption des St. Peter-Stifts oder unter Tel. 02152 898-410.
Ausblick: ab Oktober stellt wieder der Malkreis der Senioren-Initiative Altenhilfe bis Ende 2026 im St. Peter-Stift aus.
Zeigt her eure Bilder:
Monika Schwital, Anneliese und Barbara Stoffels (von links) zeigen im St. Peter-Café kurz vor der Aufhängung eine Auswahl ihrer Bilder, die bis Ende Juni im
St. Peter-Stift zu sehen sind.