Phantasie ist gefragt, wenn die Betreuungskräfte in den beiden Kempener Einrichtungen den Alltag für die Seniorinnen und Senioren anregend gestalten. Bestes Beispiel war unlängst ein Büchsenwurf im St. Peter-Stift. Jenny Strahl von der Sozial Kulturellen Betreuung drehte kurzerhand im Gruppenraum einen Stuhl um, stellte ihn rücklings auf den Tisch und spannte ein Thera-Band zwischen die beiden hinteren Stuhlbeine. Als die 104-jährige Anni Neppel den Ball einspannte und losließ, war es um die aufgestellten Büchsen geschehen – Volltreffer.

Applaus der Mitspieler*innen. Sie hatte nun der Ehrgeiz gepackt. Über das selbstgebaute Wurf-Instrument ließen auch sie die Büchsen munter durch den Raum fliegen. „Es muss gar nicht so aufwändig sein. Oft reicht nur eine Idee, aus alltäglichen Dingen inspirierende Spiele zu entwickeln“, sagt Jenny Strahl. Denn Alter schützt vor Spieltrieb nicht!

Solche Spiele entfachen positiven Wirkungen: Bewegung, Gemeinschaft, Erfolgserlebnisse und Lebensfreude sind das Ergebnis. Geschult wird bei den älteren Menschen Beweglichkeit, Koordination und Konzentration. Vor allem aber bringen sie die Bewohnerinnen und Bewohner miteinander ins Gespräch und sorgen für gemeinsame Erfolgserlebnisse.

Beim Büchsenwerfen mit Thera-Band-Verstärkung wurde angefeuert, gelacht und so mancher Treffer ausgiebig gefeiert. Wer zunächst nur zuschauen wollte, ließ sich von der fröhlichen Stimmung schnell zum Mitmachen bewegen. Für Jenny Strahl sind solche Momente das Schönste an ihrer Arbeit: „Wenn die Bewohnerinnen und Bewohner Freude haben, Ehrgeiz entwickeln und für eine Weile alles um sich herum vergessen, dann haben wir unser Ziel erreicht.“

Der selbstgebaute Büchsenwerfer dürfte deshalb im St. Peter-Stift nicht zum letzten Mal zum Einsatz gekommen sein …

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